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Wie Jugendgewalt begegnen?

29.06.2010 Von Yasin Alder

(iz). Als kürzlich eine Vorabmeldung zu der Studie „Kinder und Jugendliche in Deutschland. Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum“ des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen unter Leitung von Prof. Christian Pfeiffer in die Medien geriet, wurde ein kleiner Teilaspekt der Studie besonders aufgegriffen: Männliche Jugendliche aus muslimischen Familien, die sich selbst als „sehr religiös“ einstuften, neigten stärker zu Gewalttätigkeit und „männlichem Dominanzverhalten“ als andere Jugendliche. Bei der Diskussion der Ergebnisse in der Studie warf Pfeiffer die Frage auf, ob die Art und Weise der Vermittlung des Islam - nicht der Islam an sich - auch durch die Imame in den Moscheen daran ursächlich mit beteiligt sei. Diese und andere in der Studie angestellte Überlegungen, Erklärungsansätze und aufgeworfene Fragen, wie auch die Methodik der Studie selbst, sollen hier nicht diskutiert werden. Die Diskussion darüber, auch mit Prof. Pfeiffer selbst, ist bereits in vollem Gange.

An dieser Stelle soll es viel mehr darum gehen, ob und wie die Vermittlung eines authentischen Islamverständnisses und auch die muslimische Jugendarbeit Phänomenen wie Gewalttätigkeit, Jugendkriminalität und falschem männlichen Dominanzverhalten vorbeugen können, und wo die Ursachen für diese Verhaltensweisen liegen könnten. Pfeiffer sieht die Ursachen nicht nur im Islamverständnis, sondern auch historisch und kulturell bedingt. Innerhalb der Studie spielt zudem unter anderem der Konsum von brutalen Computerspielen oder Filmen als Einflussfaktor eine Rolle. Hinzu kommen soziale und bildungsbezogene Faktoren - dass Kinder aus ärmeren Familien schlechtere Chancen im deutschen Bildungssystem haben, ist durch mehrere Studien nachgewiesen.

Der eigentliche Skandal an den Meldungen, der gerade auch unter Muslimen für Irritation sorgte, war, dass es so schien, als ob gerade die besonders religiösen, den Islam praktizierenden Jugendlichen zur Gewalttätigkeit neigten. Ging man doch muslimischerseits bisher immer davon aus - und tut dies nach wie vor - dass ein richtig verstandener Islam und die islamische Praxis vor Kriminalität, Gewalt und anderem Fehlverhalten schützt oder ihr wenigstens stark entgegenwirkt. Aller Erfahrung nach sind es nicht die bewussten Muslime unter den jungen Leuten, sondern jene, die weniger in der Moschee als „auf der Straße“ zu finden sind, welche auf die schiefe Bahn geraten. Man muss allerdings auch sehen, dass es durchaus Jugendliche gibt, die sich als religiös bezeichnen, aber vielleicht gerade einmal zum Freitagsgebet kommen oder im Ramadan fasten. Inwieweit ihr sonstiges Alltagsleben vom Islam geprägt ist oder wie viel sie tatsächlich vom Islam wissen, ist damit noch lange nicht gesagt. 

 

  

Ursachen

Dr. Ibrahim Rüschoff, Psychologe und Autor, beklagt vor allem das Fehlen positiver muslimischer Vorbilder - die „nicht diskrepant“ seien - für die männlichen Kinder und Jugendlichen. „Die Söhne werden oft wie kleine Prinzen verhätschelt. Schwache Mütter in patriarchalen Gesellschaften brauchen abhängige Söhne, damit diese ihre Interessen durchsetzen können. Dazu müssen sie diese in Abhängigkeit halten. Sie produzieren also immer wieder schwache, abhängige Männer, die sich dann immer wieder ihrer Rolle vergewissern müssen, indem sie den Daumen draufhalten. Das ist ein ewiger Kreislauf.“

Ein weiteres Problem sei die Trennung von einer ritualisierten religiösen Praxis und dem sonstigen Leben und Handeln - etwas, dass es im Islam eigentlich nicht geben sollte, aber vorkommen kann, wenn eine Ritualisierung ohne Verinnerlichung und ohne hinreichendes Wissen und Bewusstsein ­besteht.

Und wie kommt es zu den paradoxen unterschiedlichen Maßstäben bei der Bewertung des Verhaltens von Söhnen und Töchtern? „In vielen traditionellen Gesellschaften wird die Ehre der Frau an ihrer Keuschheit festgemacht; die Ehre des Mannes hingegen an seiner Fähigkeit, diese Familie zu ernähren, zu verteidigen und so weiter. Wenn ein Mann zum Beispiel eine voreheliche Beziehung hat, wird dies zwar nicht gern gesehen oder auch miss­billigt, aber es hat nicht den gleichen Ehrkonflikt zur Folge wie bei der Frau“, sagt Dr. Rüschoff. Ein geringschätziges Verhalten gegenüber Frauen und Mädchen und das Messen mit zweierlei Maß hat natürlich mit dem Islam und dem Vorbild des Propheten Muhammad absolut nichts zu tun, das kann nicht oft genug betont werden.

Oft sei das „Machotum“ das einzige, was diese Männer noch hätten, die im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt eher zu den Verlierern zählten, meint Dr. Rüschoff. „Man muss auch einmal etwas weicher sein dürfen, ohne gleich als Weichei zu gelten. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit eigenen Fehlern und Schwächen.“ Ein weiteres Problem sei auch, dass die Väter oft in der Erziehung viel zu wenig präsent seien.

Saloua Mohammed, die bei den „Lifemakers“ muslimische Jugendarbeit macht, sieht als Ursachen für das Abrutschen von Jugendlichen auf die schiefe Bahn Faktoren wie schlechten Umgang mit einem entsprechenden Umfeld, einen schwachen, labilen

Charakter und falsche Vorbilder. „Die Jugendlichen haben das Bedürfnis nach Respekt und Anerkennung, sie suchen es allerdings auf der falschen Schiene“, sagt sie. Auch in den Elternhäusern sieht sie große Missstände: „Es gibt Väter, die jeden Tag in der Moschee sind und ihre Kinder - teils im wahrsten Sinne des Wortes - in die Moschee prügeln, zum Beispiel zum Unterricht an den Wochenenden, um Arabisch und Qur’an zu lernen - aber auch, um vor den Anderen in der Moschee ein gutes Bild abzugeben. Ich wünschte mir diesen Eifer der Eltern auch, wenn es um die Schule geht“, sagt Mohammed. Wenn sie ins Teenageralter kommen, möchten viele Kinder dies dann nicht mehr mitmachen und entfernten sich dann oft von der islamischen Praxis, die ihnen nur unter Zwang nahe gebracht worden war, sagt die Lifemakers-Aktivistin. „Diese Eltern haben es nicht geschafft, den Kindern zu vermitteln, dass der Islam eine Freude, eine Entlastung für die Seele ist und keine Belastung.“

„Ich denke ein wichtiger Punkt sind falsche Vorbilder aus den Medien. Ob das nun Gewaltverherrlichende Spiele, Videoclips oder ‘Künstler’ sind, spielt keine Rolle“, meint Sare Sagdic-Begas, Vorstandsmitglied der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD). „Dazu kommt die Arbeits- und, damit verbunden, die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher. Wer ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf den Straßen herumhängt, landet leider leichter - wenn auch nicht zwangsläufig - in gewalttätigen Milieus.“

Bei gewalttätigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei auch die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft eine Ursache für Gewalttätigkeit. Bei Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund komme noch ein falsches Islamverständnis hinzu, meint Sagdic Begas.

Was muss sich ändern?

Die Jugendarbeit in den Moscheen müsse unbedingt intensiviert und professionalisiert werden, fordert Saloua Mohammed, und sie sollte sich mit den anderen zuständigen Einrichtungen der jeweiligen Stadt vernetzen. Man müsse den Jugendlichen besser zuhören, und ihnen dann auch helfen. Man müsse ihnen deutlich machen, dass die besagten kulturell bedingten Sichtweisen und Verhaltensweisen nichts mit dem eigentlichen Islam zu tun hätten. „Vieles, was Leute wie Necla Kelek kritisieren, gibt es tatsächlich. Wir dürfen als Muslime diese Missstände nicht ignorieren“, sagt Saloua Mohammed. Es braucht sicher auch die richtigen Vorbilder, die den jungen Männern ­zeigen, dass Männlichkeit nicht mit ­“Machotum“, sinnloser Gewalt oder ­Geringschätzung von Frauen zu tun haben muss.

Dass Moscheen und Imame nicht zwingend Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein können, zeigen die inzwischen jahrelangen Erfahrungen der Polizei in vielen Städten. Dirk Sauerborn beispielsweise, Kontaktbeamter bei der Polizei Düsseldorf und unter anderem für den Kontakt zu den Moscheegemeinden zuständig, hält unter anderem auch in Moscheen Präventionsveranstaltungen ab. Dafür gibt es ein spezielles Medienpaket mit Filmen über Jugendkriminalität und häusliche Gewalt, das dann als Ausgangspunkt für Diskussionen genommen wird. Die Programme richten sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Eltern, zum Beispiel bei Prävention vor Drogenmissbrauch. „In Düsseldorf weisen die Imame in ihren Predigten auch auf die Gefahren von Drogen und anderen Straftatbeständen hin“, sagt Sauerborn. „Da gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit, auch in anderen Städten.“ Er erhalte auch Anfragen von Moscheen, die von sich aus eine Zusammenarbeit mit der Polizei bei der Präventionsarbeit wünschten.

„Was wir seit Jahren in unserer Jugendarbeit erleben, ist das verzerrte Bild des Islams in den Köpfen von jungen Muslimen. Die klare Trennung von Tradition und Religion ist für viele Jugendliche noch nicht möglich, weil sich diese zwei Dinge im Elternhaus immer wieder vermischen. Und genau hier setzen wir an“, sagt Sare Sagdic-Begas. „Die wichtigste Präventionsarbeit, die man leisten kann, ist die persönliche Betreuung von Jugendlichen. Wir müssen wissen, was in ihren Köpfen vorgeht, was sie fühlen und was sie dazu bringt, gewalttätig zu werden.

 

 

Wichtig seien Aggressionsbewältigung und Frustrationsabbau. „Wenn man die negative Energie der Jugendlichen in die richtigen Bahnen lenkt, kann sich das ins Positive umkehren.“

Darüber hinaus könne man die Wichtigkeit der Selbstverantwortung, der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und natürlich gegenüber Allah vermitteln, was einhergehen müsse mit Motivation der Jugendlichen. „Nicht selten sind gerade die Jugendlichen von Kriminalität betroffen, die weder Studium, noch Ausbildung, noch Job noch irgendeine Hoffnung auf Verbesserung der Lebenssituation haben. Dabei bietet uns die islamische Geschichte viele Musterbeispiele und Vorbilder, wie man es schafft, nicht in Hoffnungslosigkeit zu verfallen. Das beste Beispiel sind die Propheten, Friede auf ihnen, und allen voran der Prophet Muhammad, Friede auf ihm“, sagt Sare Sagdic-Begas.

 

  
  


Bekir Alboga Juli 2010
ist Islamwissenschaftler und Beauftragter für interreligiösen Dialog der DITIB, des Dachverbandes von über 900 Moscheen.

Gläubig brutal/Brutal gläubig ?

Jüngst hat eine Studie aufhorchen lassen. Junge gläubige Muslime, heißt es darin verkürzt, legten ein machohaftes Verhalten an den Tag und seien gewaltbereiter als nichtgläubige junge Muslime. Bei jungen gläubigen Christen sei der gegenteilige Trend zu beobachten: sie seien eher gewaltfrei, wenn gläubig. Die Studie schließt daraus nicht, dass der Islam Menschen gewaltbereiter mache, sondern dass offenbar durch religiöse Vorbilder bestimmte Rollenbilder und Verhaltensmuster übermittelt werden. Deshalb müsse der Ausbildung von Imamen, Vorbetern und islamischen Religionslehrern in Deutschland mehr Augenmerk geschenkt werden.

Mich hat diese Studie persönlich betroffen gemacht. Ich bin seit den 80er Jahren in Deutschland als Imam und seit den 90er Jahren als theologischer Bildungsreferent tätig. Meine intensiven Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen in der religiösen Bildung decken sich nicht mit den Ergebnissen des Kriminologen Christian Pfeiffer, dessen als repräsentativ vorgestellte Studie ich in Zweifel ziehe.

Natürlich kann ich als Imam nicht für alle Imame sprechen. Aber ich habe nicht nur viel Kontakt zu Imamen und damit auch Einblick in deren Denken und Wirken. Einer meiner Arbeitsschwerpunkte in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten war der Umgang mit jungen Muslimen in unserer säkularen und liberalen Gesellschaft. Muslime, diese Botschaft wird hierzulande oft vermittelt, sollten ihre „ orientalischen Wurzeln“ vergessen, damit sie Machogehabe ablegen und friedfertig auftreten können.

Muslime, so meine ich, können sich auf ihre islamischen Wurzeln stützen, um Männer und Frauen gleichberechtigt zu behandeln und um Aggressivität und Gewalt im Zaum zu halten. Noch nie habe ich einen Religionsbeauftragten in der Funktion des Vorbeters, Predigers und Religionslehrers erlebt, der jungen Muslimen in der Moschee Gewalt empfohlen hätte. Ganz zum Gegenteil: sie beschweren sich ständig über Moralverfall und Werteerosion und warnen die Eltern von Jugendlichen vor Verantwortungslosigkeit ihren Kindern und Jugendlichen gegenüber. Haben wir nicht eine ähnliche Situation unter Jugendlichen aus christlichen und jüdischen Familien? Ist es nicht normal, dass muslimische Eltern sich wünschen, dass ihre Kinder religiös sein sollten?

Der Islam selbst erwartet den geschwisterlichen Umgang miteinander – gleich ob jung oder alt. Wir sollen mit unseren Nachbarn – gleich welchen Glaubens - friedlich zusammenleben.

Als Vorbild wird die Lebensweise des Propheten Muhammed genannt. Er half im Haus, reparierte seine Schuhe, nähte seine Kleider, ging seinen Frauen zur Hand. Das erzählen viele Imame in der Moschee und dafür werden sie von „ Patriarchen“ innerhalb ihrer Gemeinden als Weicheier verschrien.

Ich frage mich, welche Jugendlichen die Forscher gefragt haben, die sich als religiös ausgegeben haben. Haben sie gefragt, was es bedeutet, religiös zu sein?

Haben sie sie gefragt, ob der Imam in der Moschee ihnen eine Machokultur empfohlen oder nahegebracht hat?

Das Problem liegt meiner Überzeugung nach nicht bei den Imamen oder den Moscheegemeinden. Es liegt nicht an zu viel Religion oder zu viel Islam. Es liegt an zu wenig Religion und an einem falschen Islamverständnis.

Die Moscheegemeinden erreichen mit ihren religiösen Angeboten nicht einmal jeden Vierten der rund 1,5 Millionen muslimischen Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Wie und wo lernen die anderen drei Viertel etwas über islamische Grundsätze?

Aus den Medien, aus dem Internet, von der Familie? Jedenfalls nicht in der Schule, so lange dort kein islamischer Religionsunterricht angeboten wird.

Genau dies fordert die Studie des Kriminologen Pfeiffer: Bildet Imame und islamische Lehrer in Deutschland aus, damit sie das pädagogische Rüstzeug und das Fachwissen haben, um junge Muslime unterweisen zu können. Der Zweck dieser Studie mag die zweifelhaften Mittel rechtfertigen. Aber es bleibt der Geschmack pauschaler Vorurteile.

  
  

05.06.2010

Kriminologische Studie

Jung, muslimisch, brutal?

Faust Zeichen der Dominaz der Männer?

Jugendliche aus muslimischen Zuwandererfamilien sind einer neuen Studie zufolge deutlich gewaltbereiter als Migranten anderer Konfessionen. Der Islam, so wie er in Deutschland oft vermittelt würde, fördere eine brutale Machokultur, sagte ein Kriminologe.

Berlin - Eine neue Studie hat eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen Muslimen festgestellt: Demnach wächst ihre Gewalttätigkeit mit zunehmender Bindung an den Islam. Zudem nehme mit der Religiosität auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu.

Dies geht aus dem zweiten Bericht zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) hervor, das von dem Kriminologen Christian Pfeiffer geleitet wird.

"Als Erklärungsansatz ziehen die Autoren Befunde des türkischstämmigen Religionswissenschaftlers Rauf Ceylan heran. Dieser hatte festgestellt, dass die Mehrheit der Imame in Deutschland, also der muslimischen Geistlichen, den Rückzug in einen konservativen Islam und in die eigene Ethnie fördert. Die meisten Imame seien nur zeitweise in Deutschland, könnten kein Deutsch und deshalb keine positive Beziehung zur deutschen Kultur aufbauen. Für sie sei die Dominanz der Männer selbstverständlich. Ihre Lehren förderten entsprechende Einstellungen bei muslimischen Jugendlichen. "

"Kein Problem des Islam"

Verantwortlich für die beschriebenen Phänomene sei nicht der Islam selbst, meinte Pfeiffer: Das ist kein Problem des Islam, sondern der Vermittlung des Islam. Die muslimische Religiosität fördere eine Akzeptanz der Machokultur. Ceylan erklärte, zur Erklärung der Ergebnisse müssten viele Faktoren herangezogen werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) teilte auf Anfrage mit, die Ergebnisse der Studie aus Hannover sollen unter anderem auch in die Diskussionen bei der Deutschen Islamkonferenz einfließen.

Das KFN befragte 2007/2008 bundesweit in 61 Städten und Landkreisen rund 45.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse. Ein Schwerpunkt war die Frage, wie sich die Zugehörigkeit zu einer Religion und die persönliche Religiosität auf die Einstellungen und Verhaltensweisen von 14- bis 16-Jährigen und insbesondere auf die Integration junger Migranten auswirken. Das Ergebnis: Während junge Christen mit steigender Religiosität weniger Gewalttaten begehen, ist bei jungen, männlichen Muslimen das Gegenteil der Fall.

Die Gruppe junger Migranten ohne Konfession sei am besten in die deutsche Gesellschaft integriert. Sie steuern beispielsweise zu 41,2 Prozent das Abitur an, haben zu 62,9 Prozent deutsche Freunde und fühlen sich zu 66,1 Prozent als Deutsche, erklären die Autoren der Studie. Bei jungen Muslimen sei dies anders: Sie verfolgten zu 15,8 Prozent den Abiturabschluss, hätten zu 28,2 Prozent deutsche Freunde und fühlten sich zu 21,6 Prozent als Deutsche
jdl/dpa

  
 

Sind die Imame an der Gewalttätigkeit der Jugendlichen verantwortlich
aus der IZ von Cemil Şahinöz

 
 

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