StartseiteMein WeblogLerne den Islam kennenNeuesWas heißt Scharia?Islam und die MedienRat für ElternPersönlichesMuslimische Feiertage Kirchen in der TürkeiBilder

Manifest muslimischer Intellektueller
  
Manifest muslimischer Intellektueller

Manifest muslimischer Intellektueller
Die Verfasser fragen beispielsweise zu Recht:
Warum sind alle Rufe nach einer Erneuerung des islamischen Kulturerbes unbeantwortet geblieben?
Und warum stehen innovative Reformdenker häufig am Rande ihrer Gesellschaften oder gar auf verlorenem Posten?
Der Islam hat keine hierarchischen Strukturen und vor allem keine oberste Lehrinstanz wie die katholische Kir
che.
Das Fehlen solch einer zentralen Lehrinstanz mag auf viele Intellektuelle im Westen und anderswo basisdemokratisch und daher faszinierend wirken.
Doch es ist hochproblematisch, weil es Laientheologen und bornierten Hasspredigern aller Couleur erlaubt, terroristische und barbarische Akte als "islamisch legitimiert" zu erklären - und dadurch tatsächlich elementare islamische Normen ad absurdum zu führen.

Für Islam und Demokratie

 

Die Versäumnisse muslimischer Gesellschaften benennen und einen Islam fürs 21. Jahrhundert entwickeln: Das fordern muslimische Intellektuelle. Europa sollte das unbedingt fördern, meint Loay Mudhoon.

In einem bemerkenswert klar formulierten Manifest haben vier renommierte muslimische Intellektuelle an alle politischen und religiösen Autoritäten in den islamisch geprägten Ländern und in Europa appelliert, sich unmissverständlich für einen demokratischen Islam einzusetzen. Zu dieser Eindeu-tigkeit gehört auch, dass sie konkrete Schritte vorschlagen: Eine Konferenz in Frankreich Anfang 2016, bei der muslimische Persönlichkeiten "die Umrisse eines fortschritt-lichen Islam skizzieren", der "fest im 21. Jahrhundert veran-kert" sein soll.

Die vier Männer hinter dem Manifest sind Tariq Ramadan, Professor für Zeitgenössische Islamwissenschaft an der Universität Oxford, Malaysias Oppositionsführer Anwar Ibrahim, der auch dem Weltforum muslimischer Demokraten (World Forum for Muslim Democrats) vorsteht, sowie Ghaleb Bencheikh, Vorsitzender der Weltkonferenz der Religionen für Frieden (World Conference for Religions for Peace), und Felix Marquardt, Gründer der Abd al-Raḥman al-Kawakibi-Stiftung. Sie gehen mit ihren Glaubensbrüdern hart ins Gericht und stellen unbequeme Fragen. Sie fordern, die gegenwärtige Misere des Islam als Religion vorbehaltlos zu diagnostizieren und daraus eine fundamentale Kritik der islamischen Kultur und Religion zu entwickeln.

Die Verfasser fragen beispielsweise zu Recht: Warum sind alle Rufe nach einer Erneuerung des islamischen Kulturerbes unbeantwortet geblieben? Warum konnten die traditionskritischen, vernunftbasierten Reformbewegungen, die es schon im 19. Jahrhundert in der islamischen Welt gegeben hatte, keinen nachhaltigen islamischen Weg in die Moderne weisen? Und warum stehen innovative Reformdenker, die eine Verbindung zwischen Errungenschaften der Moderne und islamischen Normen und Werten suchen, häufig am Rande ihrer Gesellschaften oder gar auf verlorenem Posten?

 

Die Gretchenfrage

 

Angesichts der aktuellen Gewaltwellen im Namen des Islams wird es von zentraler Bedeutung sein, dass moderate Muslime die Deutungshoheit über die Inhalte ihres Glaubens schnellstmöglich zurückgewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es unabdingbar, sich die Gretchenfrage zu stellen: Wer kann und darf definieren, was als "islamisch" verbindlich gilt? Schließlich kennt der Islam keine hierarchischen Strukturen und vor allem keine oberste Lehrinstanz wie die katholische Kirche.

Das Fehlen solch einer zentralen Lehrinstanz mag auf viele Intellektuelle im Westen und anderswo basisdemokratisch und daher faszinierend wirken. Doch es ist hochproblematisch, weil es Laientheologen und bornierten Hasspredigern aller Couleur erlaubt, terroristische und barbarische Akte als "islamisch legitimiert" zu erklären - und dadurch tatsächlich elementare islamische Normen ad absurdum zu führen


rschwerend kommt hinzu, dass in vielen islamischen Ländern kulturell engstirnige Phänomene wie der herrschende Wahhabismus im heutigen Saudi-Arabien als religiöses Dogma missverstanden werden, obwohl sie mit der Religion des Islam wenig zu tun haben.


Reformimpulse geben

Vier Jahre nach dem Arabischen Frühling sind die Hoffnungen auf eine Demokratisierungswelle im arabischen Raum weitgehend enttäuscht worden. Auch ein innerislamischer Dialog oder eine Reformdebatte über Wege und Konzepte zur Lösung akuter Probleme finden so gut wie nirgendwo statt. Faktisch existiert die "Islamische Welt" als politische Formation nicht. Sie hat auch nie als einheitliches Gebilde existiert. Sie ist zersplittert und die Mehrheit der islamischen Staaten ist mit internen Legitimationskonflikten und zahlreichen Stellvertreterkriegen beschäftigt - und nicht mit Reformdiskursen.

Aber gerade weil keine substanziellen Reformimpulse aus der islamischen Welt zu erwarten sind, könnte der Aufruf an alle "muslimischen Demokraten" eine zivilisatorische, ja epochemachende Bedeutung entfalten. Ja, alle muslimischen Autoritäten, reformorientierten Theologen und Entscheidungsträger sollten der Einladung zu einer gemeinsamen Konferenz folgen!

Dies ist eine vielleicht historische Möglichkeit, dass muslimische Demokraten aus aller Welt eine neuartige, innovative Formel für einen islamischen Weg in die Moderne entwickeln. Wir brauchen dringend eine islamisch tragfähige Konsensformel, die den komplexen Realitäten pluralistischer, multiethnischer und multireligiöser Gesellschaften Rechnung trägt - auch der der Einwanderungsgesellschaften. Europa sollte das aus eigenem Interesse stark fördern. Nicht nur als Gegenentwurf zum Dschihadismus, sondern auch, weil Europa sich als eine demokratische Wertegemeinschaft versteht.

Loay Mudhoon © Qantara.de 2015

  

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:

muslime-in-niederkassel.de

Telefon 02208 910396

Copyright © 2006
Elisabeth Mariam

Müller,
Danziger Straße 16,
53859 Niederkassel

 

Alle Texte, alle Fotos, alle Gestaltungselemente dieses Internetportals sind - sofern nicht ein anderes Copyright angegeben ist - für die Muslime in Niederkassel, Danziger Straße 16, 53859 Niederkassel,  urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung von Elisabeth Müller  unzulässig und strafbar. /span

Urheberrechtlich geschützt ist diese Homepages mit Textbeiträgen, Fotos, Grafiken, Animationen, Audios und Videos und Beiträge aller Art genießen Schutz nach dem Urheberrechtsgesetz. Auch für diese gilt also, dass zum Beispiel Vervielfältigungen nicht ohne weiteres zulässig sind.

Die Inhalte meine  Internetseiten "Muslime in Niederkassel" dürfen daher ausschließlich in den engen Grenzen der urheberrechtlichen Ausnahmetatbestände kopiert werden, zum Beispiel zum persönlichen privaten Gebrauch. Jede darüber hinausgehende Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Urhebers.

Sie dürfen also zum Beispiel ein Manuskript zum privaten Gebrauch auf Ihrer Festplatte speichern, es aber nicht auf Ihrer Homepage einstellen oder als Link und dadurch an mit Ihnen nicht persönlich verbundene Dritte weitergeben.

Layout und verantwortlich: Muslime in Niederkassel ist Elisabeth Mariam Müller

Die Webseite "Muslime in Niederkassel", Elisabeth Mariam Müller, Danziger Straße 16, 53859 Niederkassel  ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

Stand: 14.06.2016

Eine interessante Webseite

Chronologie einer Erpressung

home.graffiti.net.

Buergerbund.l

Niederkassel Tuerkisch Islam Tuerkisch Kultur Luelsdorf muslim muslima.l

Buergerbund, Niederkassel, Luelsdorf, Muslim, Moschee, muellerndk ditip.l

home.graffiti.net.pdf

www.buergerbund.de.pdf

Niederkassel Tuerkisch Islam Tuerkisch Kultur Luelsdorf muslim muslima.pdf

niederkassel Türkisch Islam Tuerkische Kultur Lülsdorf muslim muslima