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Über die Liebe zum Propheten

Bekir Alboga, Mannheim

1978 hat der amerikanische Astrophysiker und Schriftsteller Michael H. Hart ein erstaunliches Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel: „Die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte“. Das Überraschendste an diesem erstaunlichen Buch war für viele, dass an erster Stelle der einflussreichen Persönlichkeiten der Prophet Mohammed (s.a.w.s) stand. Der Autor begründete seine Wahl* so: Der Gesandte des Islams war  – ich zitiere – „der einzige Mann in der Geschichte, der sowohl auf religiösem wie auf weltlichem Gebiet höchst erfolgreich war.“

Mich persönlich überrascht die Wahl Michael Harts in keiner Weise. Für mich ist Mohammed der Gesandte Gottes; er ist leuchtendes Vorbild und die Krönung der Menschlichkeit.

In unseren Tagen des sogenannten Zusammenpralls der Kulturen greift eine bedauerliche Unsitte immer mehr um sich: Andersgläubige werden diffamiert, indem man versucht, deren heilige Texte in Abrede zu stellen oder lächerlich zu machen, oder indem man deren Propheten verunglimpft. Ist es ein menschlicher, allzu menschlicher Zug, andere zu erniedrigen und klein zu reden, damit man sich selbst groß und auf der richtigen Seite wähnen kann?

Wir Muslime sollen dem Vorbild unseres Propheten Mohammed folgen. Wir sollen über unsre Liebe zu ihm sprechen, ohne die anderen Gesandten Gottes in irgendeiner Weise zu schmälern. Wer dies tut, wer sich abwertend über Abraham, Moses oder Jesus auslässt, der widerspricht dem Geist des Korans.

Warum ist Mohammed für uns Muslime so wichtig? Mit ihm endet die Herabsendung der göttlichen Offenbarungen. Er gilt uns Muslimen als das Siegel der Propheten. Er hat fortgeführt, was vorher schon andere Gesandte vor ihm getan haben: Er ist als Mahner und Verkünder zum Wohle der Menschen aufgetreten. Unter den Gesandten Gottes ist er für uns Muslime die historische Gestalt, über die wir am meisten wissen. Mit seiner Auswanderung von Mekka nach Medina im Jahr 622 beginnt eine neue Zeitrechnung und eine neue Zeit für die Menschen Arabiens, Nordafrikas, Vorderasiens und vielen anderen Teilen der Welt. Mohammed verwirft die alten Bande aus Blut, Familie und Stamm und schafft eine neue Gemeinschaft. Deren Zusammenhalt soll bestimmt sein durch gemeinsame Werte. Grundlage dieser neuen Werteordnung ist der Koran, dessen Überbringer und gelebter Interpret Mohammed ist.

Gläubige Muslime sind davon überzeugt, dass der Koran Gottes ewiges Wort ist. Gott lässt den Menschen darin Führung und Rechtleitung angedeihen. In diesem heiligen Buch sagt Gott, dass es Adam, Noah, Abraham, Ismail, Isaak, Moses, Jesus und Mohammed gegeben hat. Friede sei mit ihnen allen. Das Leben der Gesandten hat gemäß den Beschreibungen im Koran für die knapp 1,5 Milliarden Muslime weltweit Vorbildcharakter.

Mohammed ist unser großes Vorbild. Ohne seine Erläuterungen und Handlungen wüssten wir Muslime nicht, wie wir richtig beten, fasten und pilgern sowie uns um Arme und Bedürftige kümmern sollen. Ohne ihn wären neugeborene Mädchen weiterhin lebendig in der Wüste verscharrt worden, der Götzendienst hätte weiterhin viele Menschen gefesselt. Mohammed kam als Mahner zu den Stämmen Arabiens und als Erneuerer der Botschaft Gottes für die gesamte Menschheit. Er kam – wie es im Koran heißt – zur Bestätigung dessen, was bereits vor ihm zu den Menschen herabgesandt wurde. Der Kern seiner Botschaft entspricht im Kern der Botschaft von Abraham, Moses und Jesus: Es gibt nur einen Gott. Dieser eine Gott ist der Schöpfer allen Seins. Die Botschaft erscheint leicht verständlich, doch wir Menschen tun uns schwer damit, sie in ihrer wahren Tiefe zu verstehen. Genau dabei hilft uns der Prophet Mohammed durch sein Vorbild. Verglichen mit dem Jenseits, das unsere ewige Heimstatt sein wird, betrachtete er das Diesseits als ein Leben in Sehnsucht nach dem „Höchsten Freund“, nach dem barmherzigen Herrn. Mohammed kannte den Weg zu Gott. Er wusste, dass die Menschen durch schwieriges Gelände müssen. Aber er hatte eine „Landkarte“. Der Koran ist diese Landkarte, die Wegweisung und Rechtleitung bietet. Mohammed wusste diese Landkarte wie kein zweiter zu lesen. Deshalb wenden Muslime sich an ihren Gesandten, um den Koran – die Landkarte – besser zu verstehen. Wir folgen seinen Fußspuren, wir lernen aus seiner Tradition.

Er hat uns gelehrt, was Barmherzigkeit ist; er hat uns Wissen vermacht; er hat uns Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit nahe gebracht. In seiner Abschiedspredigt mahnte er uns:

Ihr Menschen! Hört meine Worte…

Versteht sie richtig und begreift...

Vergesst niemals, alle Menschen haben nur einen

Ursprung und alle Gläubigen sind Geschwister…

Tötet einander nicht …

Ich hinterlasse euch den Koran und meine Sunna…

Haltet euch daran und ihr werdet nicht vom rechten Weg abkommen!

Es mangelt dieser Tage nicht an Versuchen, Mohammeds Leben und Wirken mit wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Methoden in Frage stellen zu wollen. Für gläubige Muslime steht die Historizität unseres Propheten unzweifelhaft fest. Es gibt unzählige Belege seines Schaffens. Unseren Glauben an Gott und seinen Gesandten drücken wir mit jedem Gebetsruf aus:  La ilaha ill’allah Muhammadun rasul’ullah: Es gibt keine Gottheit außer Gott und Mohammed ist sein Gesandter.

 
 

Der Prophet im 21. Jahrhundert

Den Propheten in unsere Zeit holen

Theologin Hamideh Mohagheghi

 

 

Die erste Offenbarung

 

 

 

Koran 16.Jahrhundert

 

 

Abbildung: "Die Nachtreise"

 

Abdul-Ahmad Rashid: Frau Mohagheghi viele westliche Wissenschaftler sagen was Jesus anbetrifft, dass es ihn möglicherweise nicht gegeben haben könnte, wie sieht es da mit Mohammed aus? Was wissen wir über den historischen Mohammed?

 

Hamideh Mohagheghi: Über den historischen Mohammed, wissen wir von einer Biografie über ihn, die allerdings 150 Jahre nach seinem Tod schriftlich festgelegt wurde, und wir wissen über ihn, über Aussagen und Überlieferungen die über ihn vorhanden sind. Und natürlich den Koran, der als Offenbarungsbuch, ist für uns Muslime ein Zeichen davon, das eben Gott mit der Person von Mohammed gesprochen hat, durch Engel Gabriel und durch dieses Gespräch ist auch das Buch Koran entstanden.

 

Abdul-Ahmad Rashid: Nun über die historische Bedeutung hinaus, welche Bedeutung hat Mohammed für einen gläubigen Muslim?

 

Hamideh Mohagheghi: Mohammed wird im Koran als Vorbild und Barmherzigkeit für die Menschen dargestellt. Die Bedeutung ist, dass er der Stifter der Religion ist, dass er derjenige ist, der das Wort Gottes erhalten hat und diese Botschaft an die Menschen weitergegeben hat. In dem Sinne hat er ein Kontrakt zwischen Gott und den Menschen hergestellt und auf diese Weise hat er eine große Bedeutung als Stifter der Religion für die Muslime.

 

Abdul-Ahmad Rashid: Aber er ist, im Gegensatz zu Jesus nicht Gottes Sohn oder ein göttliches Element, er ist für die Muslime ein Mensch.

 

Hamideh Mohagheghi: Das wird auch im Koran immer wieder erwähnt, dass er ein Mensch ist, aus der Mitte der Gemeinschaft entstanden, dass er dann so auserwählt wurde, aber nicht, das er göttliche Eigenschaften hat und deshalb kann man ihn auch nicht mit Jesus vergleichen.

 

Abdul-Ahmad Rashid:  Aber warum wird die Person des Propheten von den Muslimen so überhöht. Es kommt sehr oft vor, dass sie ihn zum Maßstab ihres Glaubens sehen, er war doch nur ein Mensch, nach islamischem Verständnis?

 

Hamideh Mohagheghi: Er war ein Mensch, ein Mensch seiner Zeit Das die Menschen ihn besonders verehren, ist entstanden durch die Liebe, die die Menschen gegenüber der Person entwickelt haben, und Aussagen und legendäre Erzählungen die im Volksglauben vorhanden sind. Interessant ist, dass im Volksglauben, Aussagen über den Propheten vorhanden sind, die nicht im Koran zu finden sind. Aber dennoch haben sie eine große Bedeutung für die Menschen und ich kann das nur darauf beziehen, dass die Menschen eine besondere Liebe zu diesem Menschen empfinden.

 

Abdul-Ahmad Rashid: Diese Äußerungen des Propheten, die nicht im Koran zu finden sind, nennt man Hadithe, die Überlieferungen. Es gibt sehr, sehr viele Überlieferungen, man sagt 600 000 soll es geben und die ägyptische Journalistin Nahed Selim, sie hat das mal ausgerechnet, geteilt durch die 23 Jahre, in dem

Mohammed Prophet war, hätte er bei 8 Stunden Schlaf, pro Nacht, täglich 16 Stunden mit einer Frequenz von 4 Überlieferungen in der Stunde reden müssen, was kaum vorstellbar ist. Kann man davon ausgehen, dass alle Hadithe authentisch sind?

 

Hamideh Mohagheghi: Nein, kann man nicht, auch in den authentischen Sammlungen, sind Aussagen, die man durchaus infrage stellen kann. Die Menschen, die diese Überlieferungen gesammelt haben, waren gläubige Menschen, und haben mit guter Absicht diese mündlichen Überlieferungen ungefähr 150 Jahre nach dem Tod des Propheten niedergeschrieben.

Wenn wir die Geschichte des Islam angucken, was für politische, soziale Probleme es in dieser Zeit gegeben hat. Die Menschen in dieser Zeit sind auch geprägt von diesen Turbulenzen und man kann davon ausgehen, dass da durchaus Aussagen drin sind, die nicht unbedingt auf den Propheten Mohammed zurückgehen. Das ist natürlich auch problematisch und es ist notwendig, und auch höchste Zeit, die sogenannten authentischen Hadithe noch mal zu untersuchen, welche auf den Propheten zurückzuführen sind. Was da auch zu untersuchen ist, ein Kriterium für die Hadithwissenschaft, alles was in den Hadithen steht und nicht mit dem Koran zu vereinbaren ist, kann nicht vom Propheten Mohammed kommen und es gibt Aussagen, die nicht mit dem Koran zu vereinbaren sind.

 

Abdul-Ahmad Rashid: Es gibt sehr viel Muslime, die sich ganz akribisch an die Praxis des Propheten orientieren. Es gibt Muslime, die sagen, ich stehe auf wie der Prophet aufgestanden ist, ich frühstücke, wie Mohammed, ich gehe ins Bett, wie der der Prophet ins Bett gegangen ist, Wie kommt es zu der Überhöhung des Propheten gegenüber?

 

Hamideh Mohagheghi: Ich möchte gerne die Muslime sehen, die nur von Datteln, Wasser und Brot leben, auf Kamele reiten und im Zelt wohnen.

Der Prophet ist ein Vorbild für die Menschen, es war auch ein Mensch seiner Zeit.

Wenn der Prophet heute, im 21. Jahrhundert in Mitteleuropa gelebt hätte, wäre er sicherlich ein anderer Mensch gewesen.

Diese akribische Nachahmung der Lebensweise finde ich nicht angebracht, weil man einfach in eine Zeit zurückgeht, anstatt den Propheten Mohammed in unsere Zeit zu holen.

Das kann man machen, weil man ja auch im Geiste sehen muss, was er damals bewirkt hat, was er damals für diese Zeit gewesen ist. Welche revolutionären Gedanken er hatte. Was hat er für die Gemeinschaft gebracht? Aufgabe ist, Ihn in diesem Geiste in unsere Gesellschaft zu holen und nicht zurückgehen in das 7. Jahrhundert auf die arabischen Halbinsel.

 

Frau Mohagheghi vielen Dank für das Gespräch.

Hamideh Mohagheghi

Die Theologin wurde 1954 in Teheran geboren und lebt seit 1977 in Deutschland. Neben dem Jurastudium an der Schahid Beheschti Universität Teheran hat sie in Hamburg eine islamische Theologieausbildung absolviert. Seitdem engagiert sie sich als freiberufliche Referentin im interreligiösen und interkulturellen Dialog, als stellvertretende Vorsitzende von HUDA (Netzwerk für muslimische Frauen e.V.), als redaktionelle Mitarbeiterin der Zeitschrift HUDA sowie in der Planung und Durchführung von Seminaren für die Weiterbildung von Religionslehrkräften, Pastorinnen und Pastoren zum Thema Islam. Außerdem ist sie seit Ende des vergangenen Jahres die Vorsitzende der "Muslimischen Akademie in Deutschland".
Hamideh Mohagheghi: Theologin mit Kopftuch

 















 
 

Die Bedeutung Mohammeds für die Muslime

Der "Rasul Allah" - "Gesandter Gottes"

 

Seit Jahrhunderten wird Mohammed von den Muslimen als der Prophet Gottes verehrt. Man nennt seinen Namen nie, ohne den Satz hinzuzufügen: "Möge Gott ihn segnen und ihm Heil schenken". In erster Linie ist Mohammed für die Muslime der Übermittler der göttlichen Botschaft. Deswegen wird er auch "Rasul Allah" genannt, der "Gesandte Gottes". Damit steht er nach muslimischer Überzeugung in einer Linie mit Moses, der den Juden die Tora brachte, und Jesus, der den Christen das Evangelium offenbarte. Mohammed selbst sah sich als normalen Menschen und Diener Gottes. Aus diesem Grund lehnen die Muslime die Bezeichnung "Mohammedaner" ab, denn im Zentrum ihres Glaubens steht nicht Mohammed, sondern die von ihm überbrachte Schrift des Korans.Dennoch galt Mohammed schon zu seinen Lebzeiten und in den nachfolgenden Jahrhunderten bis heute als das ideale Vorbild für die Muslime. Darum richten sie sich in allen Lebensbereichen nach seinem Beispiel: im Umgang mit Freunden und Feinden, beim Essen und Trinken, bei Trauer und Freude.

 

Überlieferte Worte Mohammeds

 

Diese Worte und Taten Mohammeds, auf Arabisch "Sunna" genannt, wurden zur Norm für das Gemeinschaftsleben der Muslime. Die Beobachtungen und Erinnerungen an das, was der Prophet sagte und tat, wurden mündlich und schriftlich in den traditionellen Überlieferungen, den so genannten "Hadithen", weitergegeben. Die Hadithe befassen sich mit allen Aspekten von Mohammeds Leben, den sehr persönlichen ebenso wie den religiösen und sozialen. Wenn also Muslime beten oder die Wallfahrt nach Mekka unternehmen, versuchen sie, so zu beten, wie der Prophet betete oder die Wallfahrt vollzog - ohne der überlieferten Art und Weise von Mohammeds Gottesverehrung irgendetwas hinzuzufügen oder zu nehmen. Die Überlieferungen des Propheten bieten Wegweisung in Angelegenheiten wie persönliche Hygiene, Kleidung, Ernährung, Behandlung der Ehefrauen, Diplomatie und Kriegführung. Für viele Muslime hat die detaillierte Beschreibung von Mohammeds Taten in Krieg und Frieden, von seinem Umgang mit Familie, Freunden und Feinden, von seinen Urteilen in guten wie in schlechten Zeiten und von seinen Entscheidungen in Zeiten der Belagerung oder des Sieges eine große Bedeutung für ihr persönliches Leben.

 

Surah Al-Alaq
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf. (1) Er erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen. (2) Lies; denn dein Herr ist Allgütig, (3) Der mit dem Schreibrohr lehrt, (4) lehrt den Menschen, was er nicht wußte. (5)

 

Geburtstagsfeiern für den Propheten

 

In neuerer Zeit wird auch der Geburtstag des Propheten feierlich begangen. Man veranstaltet Fackelzüge, verschenkt Süßigkeiten und spendet Mahlzeiten für die Armen. Es werden Gebete gesprochen und Gedichte zur Erinnerung an Mohammed vorgetragen. Die Geistlichen erzählen im Gottesdienst oder im Fernsehen Geschichten aus dem Leben des Propheten, und Kinder rezitieren Gedichte, die zu seinen Ehren im Laufe der Jahrhunderte verfasst wurden.

Einige strenge Muslime wie die Wahhabiten in Saudi-Arabien, des Geburtslandes Mohammeds, oder die Deobandis in Pakistan lehnen diese Feiern jedoch als eine unzulässige Erneuerung ab. Ihre orthodoxen Theologen betonen, dass der Koran das Zentrum des Islam sei, nicht der Prophet, der lediglich die Aufgabe hatte, die Botschaft Gottes weiterzugeben. Zudem sei es eine Nachahmung der Christen, so ihre Argumentation. Andere Muslime wiederum sagen, Mohammed selbst und seine Gefährten hätten bereits seinen Geburtstag auf besondere Weise begangen, allerdings mit Fasten, nicht mit Festlichkeit. Wie dem auch sei: Für die meisten Menschen in der islamischen Welt folgt diese Feier in der Hierarchie des islamischen Festkalenders direkt auf die beiden großen Feste zum Ende des Ramadans sowie der Wallfahrt nach Mekka

 








Des Propheten Humor

Seit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen bin ich oft gefragt worden, ob  Muslime eigentlich Sinn für Humor hätten und wie es denn im Islam um Spaß und Späße stehe. Viele Muslime lieben Witze, sie lieben lustige Geschichten. Sie lieben zum Bespiel Nasreddin Hoca (Mullah Nasreddin) und Dschuha, deren Erzählungen, Gleichnisse und weise Schelmenstreiche seit vielen Jahrhunderten die Menschen erheitern.

Komik ist nicht unislamisch, Lachen erst recht nicht. Der Prophet Muhammed (Friede sei mit ihm), ist gläubigen Muslimen bis heute ein Vorbild. Er war ein humorvoller Mensch, der viel gelacht hat. Allerdings hat er dem Spaß Grenzen gesetzt. In der Sunna, der Lebensweise des Propheten, finden wir viele Überlieferungen zum Humor Mohammeds und seinen Scherzen. Er soll oft so herzhaft gelacht haben, dass man seine Weisheitszähne sehen konnte. In zwei Aussprüchen macht er deutlich, warum es wichtig ist, sich zu freuen und zu lachen: Muhammad sagt:

„ Erfrischt die Herzen von Zeit zu Zeit, denn müde Herzen werden blind. “

Und: „ Wer nicht fröhlich sein kann, der taugt nichts.“

Außerdem wird berichtet, dass er mit seinen Enkelkindern Hasan und Hussein, die aus der Ehe seiner Tochter Fatima und seinem Vetter Ali stammten, gerne spielte und sich auf Albereien einließ. Er soll mit ihnen gescherzt haben und er ließ sie gerne auf seinem Rücken reiten. 

Eine Überlieferung, die mich besonders berührt, handelt von Suwaida, einer Freundin seiner Frau Aischa. Muhammad soll sie wegen ihrer humorvollen Art und ihrer Späße sehr gemocht haben. Als sie starb, sprach er an ihr er Bahre folgendes Bittgebet: 

„ O Gott, sie ist bestrebt gewesen, mich zum Lachen zu bringen. So lass nun auch sie freudig lachen.“

Die Spaßgrenze zieht der Prophet, wenn man bei seinen Scherzen zu lügen anfängt und zu unwahren Übertreibungen neigt. Er fordert uns auf, genau das nicht zu tun, indem er sagt:

„ Lügt nicht, auch nicht im Scherz.“  

Diese kleine Auswahl an Überlieferungen macht deutlich, dass Muhammad nicht nur ein Gesetzesmann oder Feldherr war. Er war vielmehr auch ein liebevoller Großvater und lebensfroher Mensch. Humor, Scherze und Vergnügungen gehörten zu seinem Leben und zu seinem Charakter. Es sollte auch zu unserem Alltag gehören, dass wir lachen und vieles einfach mit Humor nehmen. 

Muhammads Anweisung, auch nicht im Spaß zu lügen oder zu übertreiben, sollten wir uns aber auch zu Herzen nehmen, denn so gehen wir sicher, dass wir niemanden verletzen. Der Islam verbietet den Spaß am Leben und im Leben nicht. Wenn andere dabei aber diffamiert, provoziert, verunglimpft oder gekränkt werden, dann ist eine Grenze überschritten. Der Prophet hat gelacht und Scherze getrieben, aber er pflegte dabei die Wahrheit zu sagen und Rücksicht auf die Gefühle anderer zu nehmen.

 

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Stand: 09.03.2017