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  Emina Corbo – Mesic Stuttgart,

Polygamie und der Respekt gegenüber Frauen im Islam

 

Polygamie, Vielweiberei, Mehrehe. Es gibt nur wenige Begriffe, die derart polarisieren und die gleichzeitig derart oft als Beleg dafür herhalten muss, wie unfair und ungerecht Frauen im Islam behandelt werden. Nicuslime beschuldigen Muslime mit dem Hinweis auf die Mehrehe, sie würden ihre Frauen wie Menschen zweiter Klasse behandeln.

Und Muslime ? Sie wissen zumeist auch nur wenig über die historischen und religiösen Hintergründe der Mehrehe im Islam.

Der Koran stellt in Sure 4:1

- O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen. Und fürchtet Allah, in Dessen Namen ihr einander bittet, sowie (im Namen eurer) Blutsverwandtschaft. Wahrlich, Allah wacht über euch. -

die Gleichwertigkeit von Mann und Frau fest, da beide Geschlechter aus einem einzigen Wesen erschaffen wurden. Sie ergänzen sich und die Motive ihres Zusammenlebens sollten Liebe und Geborgenheit sein,

Sure 30:21

 - Und unter Seinen Zeichen ist dies, daß Er Gattinnen für euch aus euch selber schuf, auf daß ihr Frieden bei ihnen finden möget; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Hierin liegen wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt. -

Der Koran verlangt von beiden Ehepartnern die Gleichheit von Pflicht und Verantwortung.

In Sure 2:187 heißt es:

- Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern; sie sind Geborgenheit für euch und ihr seid Geborgenheit für sie. Allah weiß, dass ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch. So pflegt nun Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Allah für euch bestimmt hat. Und esst und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen, während ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt. Dies sind die Schranken Allahs, so kommt ihnen nicht nahe! So erklärt Allah den Menschen Seine Zeichen. Vielleicht werden sie (Ihn) fürchten. " -

Sie sind euch Geborgenheit für euch, und ihr seid Geborgenheit für sie..."

Wie respektvoll der Prophet Mohammed, Friede sei mit ihm, mit Frauen umgegangen ist, scheinen auch viele Muslime nicht zu wissen. Und die Tatsache, dass er sich an der Hausarbeit beteiligte, lässt ihn in meinen Augen nicht wie einen Pascha erscheinen – im Gegenteil.

Viele sogenannte Islamkritiker stellen Mohammed gerne als einen Lüstling dar, der außer Krieg und Frauen nichts im Kopf gehabt haben soll. Diese Sichtweise entspringt mehr der Absicht, den Propheten des Islams auf Biegen und Brechen zu diskreditieren, als der historischen Quellenlage.

Die Mehrehe ist übrigens keine Erfindung des Islams. Viele der Propheten vor Muhammad führten polygame Ehen. Dass der Islam die Polygamie nicht als erstrebenswert per se ansieht, lässt sich aus folgenden Koranversen ableiten:

Sure 4:3

- Und wenn ihr fürchtet, nicht gerecht gegen die Waisen zu sein, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier; und wenn ihr fürchtet, nicht billig zu sein, (heiratet) eine oder was im Besitz eurer rechten (Hand ist). So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden. --

"Heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber befürchtet, (so viele) nicht gerecht zu behandeln, dann (nur) eine, oder was ihr (an Sklavinnen) besitzt". – Dann kommt aber eine wichtige Einschränkung, denn in der gleichen Sure heißt es weiter hinten:

Sure 4,129

- Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit üben, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber neigt euch nicht gänzlich (einer) zu, so daß ihr die andere gleichsam in der Schwebe laßt. Und wenn ihr es wiedergutmacht und gottesfürchtig seid, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. -

Und ihr werdet die Frauen, (die ihr zu gleicher Zeit als Ehefrauen habt) nicht (wirklich) gerecht behandeln können, mögt ihr noch so sehr darauf aus sein."

Dieser Vers kommt einem indirekten Verbot der Mehrehe gleich. Denn ein Mann, der sich für die Polygamie entscheidet, verpflichtet sich zur absoluten Gerechtigkeit gegenüber allen seinen Frauen, wenn es um das Teilen von Gütern, Geschenken, Zeit und Zuwendung geht.

Viel wichtiger als die materiellen Dinge sind die Gefühle gegenüber der Ehefrau, die kein Mensch absolut gerecht dosieren kann.

Die Frage, die sich auf Mehrehe erpichte Männer ehrlich stellen müssen, lautet daher: wie schaffe ich es, mit der einen mir angetrauten Frau glücklich und erfüllt zu leben?

Sie kann nicht lauten: Wo kriege ich eine zweite Frau her und wie kann ich mir das leisten?

Der Koran ist hier sehr eindeutig: Das einigende Band zwischen Frauen und Männern soll aus Liebe, Respekt und Achtung geflochten sein. Wer nur auf die materiellen Aspekte der Ehe achtet, versteht die Botschaft des Korans nicht und lässt den geschichtlichen Hintergrund der Offenbarung außen vor.

Muslimische Frauen haben übrigens per Ehevertrag das Recht, ihren angetrauten Mann von Eheschließungen mit weiteren Frauen abzuhalten. Es ist leider eine traurige Tatsache, dass viele Frauenrechte im Laufe der islamischen Geschichte von zumeist patriarchal geprägten Gesellschaften teilweise oder vollkommen einkassiert worden sind. In vielen islamischen Gesellschaften herrschen heute vielerorts Zustände, die meiner Meinung nach mit dem Islam unvereinbar sind.

Schlimmer noch: In Ländern wie Saudi Arabien, dem Iran oder Afghanistan sind Menschen- und Frauenrechte mit der Begründung eingeschränkt worden, die Frauen schützen zu wollen. Die Einwände der aus dem öffentlichen Leben verbannten Frauen werden mit strengen Verhaltensregeln weggewischt, die häufig genug frei erfunden sind.

Die Bevorzugung von Tradition vor Religion, fehlendem religiösem Wissen, die Unfähigkeit zur Auseinandersetzung sowohl auf religiöser als auch auf intellektueller Basis, sind einige der Hauptursachen für die Missstände in vielen muslimischen Ländern.

Die Würde der Frau unterscheidet sich nicht von der Würde des Mannes. Es ist die Pflicht aller Muslime, diese Würde zu achten, zu schützen und zu bewahren. Und es ist ihre Pflicht, jegliche Gewalt und jegliches Unrecht gegen Frauen zu verurteilen und dagegen anzugehen.

Dazu zählt an erster Stelle die Gewalt in der Familie, die auf fehlenden Respekt und Unkenntnis der eigenen religiösen Gebote zurückzuführen ist. Wie soll ein muslimischer Junge Respekt vor Frauen haben, wenn er zu Hause erlebt, wie seine Mutter, Schwester oder Tante geschlagen oder gedemütigt wird?

Gewalt ist mehr als nur Schläge. Auch Ausbeutung, Erniedrigung und der Zwang zur Eheschließung sind inakzeptable Formen der Gewalt, die mit den islamischen Prinzipien nicht vereinbar sind.

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Stand: 27.02.2017

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