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Wallfahrt und Opferfest

 
 
 

بسم الله الرحمان الرحيم

Das Opferfest 

Das "Opferfest" (arab.: 'Id Al-Adha, türk.: Kurban Bayrami) wird auch "das Große Fest" genannt, da es im Vergleich mit dem "kleinen Fest" des Fastenbrechens als das bedeutendere gilt. Das Fest beginnt immer am 10. Tag des islamischen Monats Dhu l-Hidschdscha

15. Oktober 2013: 


Opferfest


(Kurban bayramı, عيد الأضحى, Eid-ul-adha, "großes Fest") 

  und dauert vier Tage.

 

Das Opferfest ist Ausdruck der Hingabe zu Gott

- Das Fest Abrahams -

 

 

 

 

   Die Opferung

Sure 22:37 Al Hadschch (Die Pilgerfahrt)

 

Aber behaltet im Gedächtnis: "niemals erreicht ihr Fleisch Gott, und auch nicht ihr Blut: es ist nur euer Gottesbewusstsein, das Ihn erreicht. Es ist zu diesem Zweck, dass Wir sie euren Bedürfnissen dienstbar gemacht haben, auf dass ihr rühmen möget für all die Rechtleitung, mit der Er euch begnadet hat. Und verkünde du diese frohe Kunde denen, die Gutes tun.

 

"Der Vers bedeutet, dass nicht das Schlachten an sich als ein Gottesdienst bezeichnet, was viele jedoch denken. Der Vers sagt viel mehr aus, dass der Zweck des Schlachtens darin liegt, es den Armen Menschen zu verteilen. Der Sinn des Schlachtens also liegt darin, die Armen zu speisen, nicht das Tier symbolisch zu schlachten. Die Verbindung zu Gott baut man laut dem Vers nicht mit dem Schlachten, sondern mit dem Verteilen. Der Kontext des Verses besteht darin, dass die früheren Mekkanern das Blut an die Kaaba gerieben haben, und das Opfern symbolisch vollzogen haben, darin das Ritual gesehen haben. Vgl. Imam Kurtubi; el Camiu li Ahkami'l Kur'an 12/ 106" – Baycan Yanar

 

 

Abraham

Sure 37:99 – 111 As Saffat (Die in Reihen Aufgereihten)

Mekkanische Zeit

 

Und Abraham sagte: "Wahrlich, ich werde dieses Land verlassen und gehen, wohin immer mein Erhalter mich leiten wird."

Und er betete: "O mein Erhalter, erteile mir das Geschenk eines Sohnes, der einer der Rechtschaffen sein wird!" woraufhin Wir ihm die frohe Kunde von einem Jungen sanft, wie er selbst gaben.

Und eines Tages, als das Kind alt genug geworden war, an seines Vaters Bemühungen teilzuhaben, sagte letzterer: "O mein lieber Sohn! Ich habe in einem Traum gesehen, dass ich dich opfern sollte: betrachte denn, was deine Ansicht sein würde?" Ismael antwortete: "O mein Vater! Tu, wie dir geboten ist: du wirst mich, wenn Gott es so will, unter jenen finden, die geduldig in Widrigkeit sind!"

Aber sobald die beiden sich ergeben hatten dem, was sie dachten es sei, der Wille Gottes, und Abraham ihn auf sein Gesicht niedergelegt hatte, riefen Wir zu ihm aus:" O Abraham,du hast schon den Zweck deines Traumgesichts erfüllt ."

Wahrlich, also belohnen Wir die, die Gutes tun: denn, siehe, all dies war fürwahr eine Prüfung, klar in sich selbst Und Wir lösten ihn aus mit einem gewaltigen Opfer, und ließen unter späteren Generationen also seiner Gedenken:

Frieden sei auf Abraham!"

Also belohnen Wir die, die Gutes tun denn er war wahrhaft einer Unserer gläubigen Diener.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26.11.2008

Grundlagen der Wallfahrt wurden schon vom Propheten Ibrahim festgelegt.

Von ‘Abdalhaqq Bewley

Seit frühesten Zeiten

 Die Hadsch, die Pilgerfahrt zum Hause Allahs nach Mekka, findet an verschiedenen Stellen im Qur’an umfangreiche ­Erwähnung:

 

„Und als Wir für Abraham die Stätte des Hauses bestimmten (sprachen Wir): ‘Setze Mir nichts zur Seite und halte Mein Haus rein für die (es) Umkreisenden, Betenden und Sich-Niederwerfenden. Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf.’ Sie werden zu Fuß und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegenden zu dir kommen, auf das sie allerlei Vorteile wahrnehmen und während einer bestimmten Anzahl von Tagen des Namens Allahs für das gedenken mögen, was Er ihnen an Vieh gegeben hat. Darum esset davon und speist den Notleidenden, den Bedürftigen. Dann sollen sie ihre persönliche Reinigung vollziehen und ihre Gelübde erfüllen und um das Altehrwürdige Haus wandeln.“

(Al-Hadsch, 25-29)

Die Hadsch ist einzigartig. Es gibt nichts, das ihr vergleichbar wäre. Sie ist das einzig wahre global-soziale Verhaltensmuster der Menschheit. Von unserer notwendigerweise beschränkten, erdgebundenen Perspektive ist es nur zu leicht, den universalen Charakter dieser großartigen Institution aus den Augen zu verlieren und zu vergessen, was für eine wahrhaft herrliche Sache die Hadsch ist.

Ein weiterer Aspekt, den wir nur zu leicht vergessen, ist der alte Charakter der Hadsch. Dazu zählt die Tatsache, dass die Muslime durch ihre Teilnahme an der Pilgerfahrt eine Tradition fortsetzen, die es seit Anbruch der Menschheit gibt. Es ist mindestens 6.000 Jahre her, seit dem Propheten Ibrahim die Riten der Hadsch begründet hatte. Wenn die Muslime sich auf diese schwere Reise machen, dann haben sie Anteil an einer Serie von Ritualen, die untrennbarer Bestandteil der menschlichen Existenz schon vor Beginn der aufgezeichneten Geschichte sind.

Die Hadsch ist der Beleg für die Wirklichkeit, wonach im Islam alle Wege zum Hause Allahs führen - an dem Nationalität, Rasse und die unterschiedlichen Lehrmeinungen hinfort gefegt werden. Wo immer die Reisenden herkommen, und was immer ihr sozialer Status sein mag, sie werden von einer einzigen Sache an einen einzigen Punkt angezogen - das Verlangen, Allah an Seinem Hause anzubeten und die Riten der Hadsch zu vollziehen. Der Pilgernde wird zu einem von vielen Elementen für den Schmelztiegel von Mekka, wo die große Vereinigung der muslimischen Gemeinschaft ihren Ort findet. Beinahe niemand kommt unverändert von der Hadsch zurück. Bei einigen heimkehrenden Pilgerreisenden war der Wechsel nur oberflächlich und sie sind - nach einer kurzen Zeit - die gleichen Menschen, die sie vorher waren. Andere jedoch kommen vollkommen verändert zurück. Ihr Leben erhält eine neue und bedeutungsvollere Qualität. Sie sind diejenigen, über welche der Prophet sagte, dass sie wie neugeboren seien. Für sie hat die Reise zum Hause Allahs wirklich die Funktion eines Neuanfangs in ihrem Leben. Es ist nicht ausreichend, nur passiv an den Ritualen der Hadsch Anteil zu haben und sich von der Masse wie ein Stück Treibholz mitreißen zu lassen. Wir müssen etwas von uns selbst mitbringen; und dieses „Etwas“ ist Taqwa, das furchtsame Bewusstsein von Allah. Die Rituale sind nicht magisch, das heißt, sie haben keinen automatischen Nutzen für den, der sie durchläuft. Der Nutzen, den die Pilger aus ihrer Hadsch ziehen, steht in direktem Verhältnis zur Menge ihrer Taqwa, die sie einbringen.

 

Wie jede unserer Handlungen der Anbetung hat die Akte der Hadsch eine korrespondierende innere Wirklichkeit, ohne die sie nicht als erfüllt gelten kann. Die notwendige innere Dimension der Handlung des Ihrams [der Beginn der Riten der Hadsch; auch das Anlegen der Pilgerkleidung am Miqat] nimmt die Form der Absicht ein, von der die Gültigkeit der Pilgerfahrt einer Person abhängig ist. Diese Absicht, um nur ein Beispiel zu nennen, muss auf alle Riten projiziert werden, sodass die Hadsch in Gänze von ihr inspiriert ist.

Es heißt, dass die Bittgebete, die am Hause Allahs gesprochen werden, beantwortet werden. Jeder, der die Masdschid Al-Haram besucht, sollte während seines Besuchs diese Gelegenheit nutzen, Allahs Hilfe und Segen zu erflehen; und nicht nur für sich selbst, sondern für alle, die zurückgelassen wurden.

Am Ende können alle Hinweise nur ein oder zwei Türen für ein tieferes Verständnis der Hadsch öffnen. Es ist nur die direkte Erfahrung der Rituale der Hadsch, welche die jeweils eigene Pilgerfahrt ausmachen. Die eigene Hadsch wird immer anders sein als die eines anderen, selbst wenn man mit einer Person die gesamte Zeit der Reise verbringt.

„O ihr, die ihr glaubt, verneigt euch und werft euch in Anbetung nieder und verehrt euren Herrn und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget. Und eifert in Allahs Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte, der Religion eures Vaters Abraham. Er (Allah) ist es, Der euch vordem schon Muslime nannte und (nun) in diesem (Buch), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und damit ihr Zeugen über die Menschen sein möget. Also verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakat und haltet an Allah fest. Er ist euer Beschützer, ein vortrefflicher Beschützer und ein vortrefflicher Helfer!“

(Al-Hadsch, 77-78)

 
 

Das Opferfest 

Das "Opferfest" (arab.: 'Id Al-Adha, türk.: Kurban Bayrami) wird auch "das Große Fest" genannt, da es im Vergleich mit dem "kleinen Fest" des Fastenbrechens als das bedeutendere gilt. Das Fest beginnt immer am 10. Tag des islamischen Monats Dhu l-Hidschdscha

(20. Dezember 2007)  und dauert vier Tage.

 

Das Opferfest ist Ausdruck der Hingabe zu Gott

- Das Fest Abrahams -

Obwohl die Opfer auf vorislamische Bräuche während der Pilgerfahrt zurückgehen, verbindet die islamische Überlieferung sie mit Abraham, der im Tal Mina seinen Sohn Ismael auf den Befehl Gottes hin zu opfern bereit gewesen ist.

Auf den Weg dahin, versuchte der Teufel sie  von ihrem Vorhaben und ihren Glauben abzubringen, aber sein Versuch scheiterte. 

Mit Steinen vertrieben sie den Verführer, und er verschwand.

Dieses Steine werfen wird von den Muslimen auf der Wallfahrt nach Mekka nachvollzogen und Allah gebeten, sie vor dem Teufel zu bewahren.

 

Endlich gelangten sie auf den Berggipfel, und Ibrahim legte Ismail auf einen Stein und zog sein Messer heraus, um ihn zu töten. Aber das Messer konnte mit einem Mal nicht schneiden, und Allah sprach zu Ibrahim:

 

„Ibrahim! Du hast deine Mission schon erfüllt. Dies war in Wirklichkeit eine Prüfung."

"Wahrlich, das ist offenkundig eine schwere Prüfung."

Sure 37:106

 

Und als Ibrahim seinen Sohn freigelassen hatte, fanden sie im nahen Gebüsch ein Schaf. Das opferten sie an Ismails Stelle.

 

Die Bedeutung des Opferfestes!

 

Im Koran wird betont, dass sich Abraham und sein Sohn "ergeben gezeigt" haben.

"Als sie sich beide Allahs Willen ergeben hatten und er ihn mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte, da riefen Wir ihm zu: "O Abraham, du hast bereits das Traumgesicht erfüllt." So belohnen Wir die, die Gutes tun."

Sure 37: 103-105

Die Opferbereitschaft Abrahams und auch das Opfer der Muslime soll also Ausdruck der unbedingten Hingabe, des bedingungslosen Gehorsams des Menschen an Gott sein. Der Gläubige, der opfert, stellt damit sein ganzes Leben Gott zur Verfügung.

"Somit rührt das wahrlich von der Gottesfürchtigkeit der Herzen her, wenn einer die Gebote Allahs ehrt. Die Opfertiere bringen euch Nutzen für eine bestimmte Frist, dann aber ist ihr Opferplatz bei dem Altehrwürdigen Haus."

Sure22:32-33

Geopfert wird meist ein männliches Schaf, möglich sind aber auch Ziegen, Kühe, Kamele.

In der Regel schlachtet der Familienvater das Tier für seine ganze Familie. Die Tiere müssen fehlerfrei sein.

 Die Opferungshandlung wird nach einem festgesetzten Ritus vollzogen. Dabei wird das Opfertier mit dem Kopf Richtung Mekka gelegt. Der Vater oder derjenige, der an seiner Stelle schlachtet, spricht verschiedene Gebetsformeln, unter anderem:

"Im Namen Gottes. Gott ist groß. Herr Gott, in deinem Namen, durch dich und für dich. Nimm es von mir an, wie du es von deinem Abraham angenommen hast."

Dann zerschneidet er die Halsschlagader des Tieres und lässt es ausbluten.

 

Ein Drittel des Fleisches verzehrt der Vater mit seiner Familie, zwei Drittel werden verschenkt - meist an ärmere Leute in der Umgebung.

 

 










Hajj - die Wallfahrt nach Mekka

Der Hadjj, die Wallfahrt nach Mekka, gehört zu den fünf religiösen Pflichten, den Säulen, des Islam. Nach Koran ist das Ziel der Wallfahrt die Kaaba, die bereits in vorislamischer Zeit ein Heiligtum war.

"In ihm sind deutliche Zeichen – die Statte Abrahams. Und wer sie betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann. Wer aber ungläubig ist – wahrlich, Allah ist nicht auf die Welten angewiesen."

Sure 3:97

Nach einer Absichtserklärung, die Wallfahrt getreu nach den religiösen Geboten durchführen zu wollen versetzen sich die Pilger durch rituelle Waschungen und weitere Reinigungsriten in, einen Zustand kultischer Reinheit.

Schon bevor Mekka erreicht wird ersetzen männliche Pilger ihre Kleidung durch zwei ungenähte weiße Tücher, die um Taille und Schultern geschlungen werden. Von diesem Zeitpunkt an sind alle Handlungen, die die Reinheit aufheben könnten untersagt. So ist den Pilgern von nun an für die Zeit der Wallfahrt verboten, genähte Kleidungsstücke zu tragen, sich zu streiten, sich Haare und Nägel zu schneiden und Geschlechtsverkehr zu haben.
 

Haben die Pilger Mekka erreicht so beginnt der Hauptteil der Wallfahrt mit dem siebenmaligen Rundlauf um die Kaaba. Abgeschlossen wird jeder dieser Rundläufe mit einem Gebet und jeder Muslim bemüht sich während der Rundläufe den schwarzen Stein zu küssen oder zumindest in dessen Nähe zu kommen.
 

Danach bewegen sich die Pilger in Richtung der beiden Hügel Safa und Marwah, zwischen denen sie sich im weiteren Verlauf der Wallfahrt schnellen Schrittes sieben mal hin und herbewegen. Mit diesem Ritual gedenken die Pilger Hagar, einer der Frauen Abrahams, die an diesem Ort verzweifelt Wasser für ihren Sohn Ismael gesucht hat.

Am nächsten Tag laufen oder fahren die Pilger zum 25 Kilometer entfernten Berg Arafat, wo sie sich Mittag bis Sonnenuntergang aufhalten. Hier findet ein weiterer wichtiger Ritus der Wallfahrt statt: Mit dem Ausruf Labbaika, "Da bin ich", begeben sich die Pilger unter den Willen und die Allmacht Gottes. Die restliche Zeit dient dem Gebet und der Meditation. Das nächste Ziel der Wallfahrt ist eine Steinsäule in Mina, die den Teufel symbolisiert. Gegen diese Säule und damit gegen den Teufel werfen die Gläubigen nun sieben vorher gesammelte Steine.

In diesen ungenähten Tüchern, die die Pilger getragen haben, werden die Muslime nach ihrem Tod  in das Grab gelegt. Also ist die Wallfahrt auch ein Zeichen dafür, das wir nur kurze Zeit auf der Erde sind.

 

Die Opferung ist Bestandteil der Pilgerfahrt

Die Opferung ist eines der Rituale während der Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka. Im Tal von Mina bei Mekka werden dabei am festgesetzten Tag Hunderttausende von Tieren geschlachtet. Gleichzeitig werden dieses Opfer und das anschließende Fest auch von Muslimen in der ganzen Welt vollzogen. Gemäß der "Sunna" (der vorbildlichen Lebensweise des Propheten Mohammed) ist das Opfer verbindlich für jeden freien Muslim, der es sich leisten kann. Danach feiern die Pilger sowie alle Gläubigen der islamischen Welt das Opferfest.

 
 

Schächten:

Tierquälerei oder tiergerechtes Schlachten?

 

Schächten. Darstellung aus dem 15. Jahrhundert.


Islamische und juedische Gesetze schreiben seit vielen tausend Jahren das rituelle Schaechten von Tieren vor.

Fazit: Moslems duerfen in Deutschland nicht mehr ohne Betaeubung schlachten. Doch was ist Schaechten eigentlich?

Strenge Vorschriften

Islam und Judentum schreiben das Schaechten vor. Nicht geschaechtete Tiere sind fuer den Verzehr tabu. Eine Vielzahl von islamischen und juedischen Vorschriften sollen dem Tier unnoetige Qualen beim Schaechten ersparen.

Die Gesetzgebung ist besonders streng. Nur ein ausgebildeter Schaechter darf mit einem vorgeschriebenen rasierklingenscharfen Schaecesser rituell schlachten. Jeder Verstoss macht das Fleisch fuer den Verzehr unbrauchbar (unkoscher).

Nachdem im Dritten Reich Nationalsozialisten rund sechs Millionen europaeische Juden ausrotteten, war das juedische Schaechten in Deutschland lange Zeit kein Thema. Heute zaehlt die juedische Gemeinschaft in Deutschland wieder rund 50000 Mitglieder. So steigt auch der Bedarf an rituell geschaechtetem Fleisch, der mittlerweile wieder in Berlin, Frankfurt und Muenchen gedeckt wird.

Perfektion bei Juden und Muslime ein Muss

Bis Fleisch ''koscher'', also fuer den juedischen Verzehr und für die Muslime "halal" geeignet ist, muessen eine Vielzahl Bedingungen erfuellt werden. Wie im Islam muessen Rind, Schaf oder Lamm gesund sein und ohne koerperlichen Schaeden oder Verletzungen sein. Der Verzehr von Schweinen ist Juden wie auch Moslems verboten.

Vor dem Schlachten prueft der Schochet (Hebraeisch fuer Schaechter) penibel das rasierklingenscharfe Spezialmesser. Selbst die kleinste Scharte macht es fuer das Schaechten untauglich. Auch das Tier wird genau untersucht. Anschliessend fuehrt es der Schochet in eine Box, die die Bewegungsfreiheit des Tieres einschraenkt. So kann der Schochet ohne Stoerung und Gefahr den Schnitt ausfuehren. In diesen Boxen werden die Tiere stehend oder umgekippt geschaechtet. Gemaess juedischer Weltanschauung geschieht das ''Nehmen von Leben'' bewusst. Aus diesem Grund spricht der Jude und der Muslim  bei jedem Vorgang der im Zusammenhang mit dem Schaechten steht, einen Segensspruch. Da der Schnitt nur mit Menschenhand durchgefuehrt werden darf, kommt eine Automation nicht in Frage. Nun steht der diplomierte Schochet vor der schwierigsten Aufgabe - dem perfekten Schnitt. Mit nur einem Streich schneidet er Halsschlagadern und Luftroehre bis zur Wirbelsaeule durch. Dieser schnelle und praezise Schnitt hat eine ploetzliche Stockung der Blutzufuhr zum Hirn zur Folge. Das Tier wird augenblicklich bewusstlos. Jede kleinste Pause bei der Fuehrung des Schnittes, das Hineindruecken oder Stechen des aufgelegten Messers in den Hals ist verboten. Weil Juden der Genuss von Blut streng verboten ist, muss es bis auf den letzten Tropfen herauslaufen. Anschliessend wird das Fleisch in Salz eingelegt, damit es kleine verbliebene Reste des Blutes aufsaugt. Nicht jeder darf nach juedischen Gesetzen schaechten. Erst wenn der Schaechter - er muss Jude sein - das entsprechende Diplom nach einer mehrjaehrigen Ausbildung erworben hat, darf er unter Aufsicht eines Rabbiners schaechten.

Moslems schaechten in Richtung Mekka

Auch im Islam wird Blut als rituell unrein angesehen. Damit es vollstaendig aus dem Koerper fliessen kann, schneidet der islamische Schlachter ebenfalls die Halsschlagadern des lebenden Tieres durch. Vorher dreht es das Tier in Richtung Mekka und ruft: ''Im Namen Allahs''. Dann setzte er das Messer an. Um das Leiden des Tieres zu verkuerzen, sollte er ein scharfes Messer verwenden -  Waehrend bei den Juden das geschaechtete Fleisch nur als Nahrung dient, werden im Islam Tiere auch geopfert. Anlaesse dafuer sind die Erfuellung eines Geluebtes, die Geburt eines Kindes oder die Wallfahrt nach Mekka. So schlachten moslemische Familienvaeter die Tiere oft selbst anstatt diese Arbeit einem Profi zu ueberlassen. Ein Grund, warum Tierschuetzer dagegen protestieren.

Schmerzloses Toeten?

Ein anderer Vorwurf der Tierschuetzer lautet: Das Tier ist nicht bewusstlos, wenn der toedliche Schnitt erfolgt. Sie meinen, dass dadurch unnoetige Qualen entstuenden. Rabbiner Dr. med. vet. Dr. phil. I. M. Levinger aus Basel weisst diese Vorwuerfe vehement zurueck. ''Sofort nach dem Schaechtschnitt bleibt das Tier fuer mindestens zehn Sekunden total ruhig. Dies bedeutet, dass es den Schmerz nicht empfindet'', sagt der international anerkannte Schaechtspezialist. ''Normalerweise wehrt es sich innerhalb der ersten Sekunden gegen Schmerz. Aber selbst wenn ein EKG (elektroencephalographische Registrierung) vorgenommen wird, werden keine Schmerzen registriert.'' Die sofort nach dem Schnitt einsetzende Blutleere im Gehirn macht das Tier unempfindlich fuer alle Empfindungen. Nach etwa drei Sekunden zeigt die Gehirnregistrierung, dass das Tier bewusstlos ist. Die Kraempfe der Muskeln kommen erst spaeter und sind, so Levinger, sicher nur das Resultat von Sauerstoffmangel und nicht der Schmerzen. Schon am 18. Februar 1930 beschaeftigte sich der Reichstag in Berlin mit diesem Thema. Nach einem wissenschaftlichen Gutachten des Reichsgesundheitsamtes fassten die Politiker damals den Beschluss, wonach (juedisches) Schaechten nicht als Tierquaelerei zu betrachten sei. Zahlreiche Wissenschaftler haben damals wie heute die Vorwuerfe zurueckgewiesen, wonach Tiere durch das Schaechten gequaelt wuerden. Als nach dem Krieg die moslemische Bevoelkerung in Deutschland durch Gastarbeiter und deren Nachkommen auf ueber zwei Millionen anstieg, mussten die alten Gesetzestexte aktualisiert werden.

Elektroschock loest islamisches Problem

Die vorherige Betaeubung der Tiere durch Stromstoesse werde den islamischen Anforderungen gerecht, beschloss das Gericht. Es berief sich dabei auch auf eine gutachterliche Stellungnahme der Geistlichen Zentrale des Islam an der Al-Azhar-Universitaet in Kairo. Ihr Rektor erklaert die vorherige elektrische Betaeubung eindeutig fuer zulaessig. Die Anwendung der elektrischen Betaeubung aendert auch den Status der Schlacethode. So zaehlt sie rechtlich nicht mehr zum Schaechten, sondern unterliegt der ueblichen Schlachtungs-Gesetzgebung.

Tierschutzgesetz im Wortlaut

Eine Ausnahme vom Verbot, warmbluetige Tiere ohne Betaeubung zu schlachten, kann nach Artikel 4a Absatz 2 Nr. 2 TierSchG zum Zwecke der Nahrungsmittelversorgung nur zugelassen werden, wenn objektiv festgestellt wird, dass zwingende Vorschriften einer Religionsgemeinschaft den Genuss von Fleisch nicht geschaechteter Tiere verbieten; eine individuelle Glaubensueberzeugung vom Bestehen eines solchen Verbots reichen nicht aus.

 
 

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Stand: 10.03.2017